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Natur und Naturerfahrung Dass man der Natur mehr zutraut, so fasste ein Auftraggeber zusammen, was diese Arbeit ausmacht. Wir trauen der Natur und den Menschen etwas zu. Aus systemischer Sicht setzt pädagogische, therapeutische oder beratende Arbeit an der Grenze zwischen Menschen und Umwelt an. Menschen sind irritierbar oder sensibel für das, was in der Umwelt geschieht. In unserer Arbeit erleben wir den Naturraum als Umgebung, die die Resonanzfähigkeit der Seminarteilnehmer in spezifischer Weise weckt. Zu unseren besonderen Kompetenzen gehört es, die Auswahl der Naturräume mit den Aufträgen und Anliegen abzustimmen. So hat ein Meeresraum andere Wirkung als ein Wald mit verschiedenartigen alten Bäumen und moosigem Grund oder ein wildes Tal in den Alpen, lässt ein stiller See Anderes anklingen als ein bewegter Fluss. Und innerhalb unterschiedlicher Landschaften sind weitere feine Differenzierungen spürbar. Den einen zieht es im Wald an einen geschützten Muldenplatz unter einer Kiefer, um sein Nachtlager aufzuschlagen, die andere sucht einen luftigen Platz auf einer kleinen Anhöhe, der den Blick in den Himmel freigibt. Seminare und Beratungen sind so gestaltet, dass es TeilnehmerInnen möglich wird, sich von Naturqualitäten und dem metaphorischen Gehalt von Landschaften ansprechen zu lassen. Im Zusammenhang mit feinen Qualitäten von Naturräumen spielen außerdem die Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft eine Rolle. Ein natürlicher Kontakt zwischen Natur und Klienten ergibt sich zum einen über das Unterwegssein und die notwendigen Arbeiten wie Holz sammeln, Feuer machen, Wasser holen, Kochen am offenen Feuer, einen Platz für die Nacht einrichten. Zudem arbeiten wir gezielt mit Methoden individueller Naturerfahrung und – bei eher therapeutisch augerichteten Zielen – mit elementaren Verschreibungen. Die Wirkung der Natur wird in der erlebnispädagogischen Literatur als dynamischer Spiegel beschrieben, der innere Prozesse, Strukturen, Handlungsmuster, Lebensthemen vor Augen führt. Das liegt offenbar daran, dass die Natur starke Metaphern und Bilder bietet, darunter vor allem Metaphern des Lebens, die archetypische Themen berühren. Auch Handlungen wie das Anzünden und Hüten eines Feuers, das Zubereiten des Essens am Feuer oder das Waschen in einem Fluss haben das Potential, Berührungen zu archetypischen Handlungen herzustellen, wenn der Rahmen entsprechend gestaltet ist. Damit erschließt sich eine weitere Wirkungsebene für ein tiefes Verständnis, impulsgebende Bilder, Lösungsschritte oder heilsame Bewegungen. |
Zum Weiterlesen:
A. H. Kreszmeier, Systemische Naturtherapie, z.B. Kap. „Topographische Inspirationen“ Kreszmeier/Hufenus, Wagnisse des Lernens H.-P. Hufenus, Kochen im Outdoor, Bd. 1 Feuer |
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